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Bioenergieanlage in Jühnde ist verkauft - Neuer Betreiber für die Wärmeversorgung ab 1. Oktober 2019

Die Bioenergiedorf Jühnde eG hat die Bioenergieanlage inklusive dem Nahwärmenetz verkauft. Basis dafür ist ein Beschluss der Generalversammlung der Bioenergiedorf Jühnde eG vom 25. September 2019. Ab dem 1. Oktober 2019 betreibt ein regionaler Energieversorger die Anlage.

Der neue Eigentümer und Betreiber wird somit die angeschlossenen Haushalte weiterhin mit Wärme versorgen.

Das Bioenergiedorf Jühnde war das erste Bioenergiedorf in Deutschland und fand weltweite Beachtung.  Es war Vorreiter der Energiewende für eine dezentrale Energieversorgung in Bürgerhand. Seit 2005 wurde die Versorgung mit erneuerbarer Energie auf der Basis von Biomasse zuverlässig realisiert und wissenschaftlich begleitet. Eine Anfangsförderung erfolgte u. a. über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe. Um die Flexibilität und Effizienz der Anlage zu erhöhen, wurden im Jahr 2015 ca. 2.3 Mio. EUR in innovative Technologie investiert. Der Genossenschaft stand ein EEG-Technologiebonus zu, der aber vom Netzbetreiber mehr als drei Jahre  nicht gezahlt wurde und auf dem Rechtsweg eingeklagt werden musste . Durch dieses nicht gezahlte Geld kam es zu wirtschaftlichen Engpässen. Weitere Unsicherheit entstand durch die Rechtstreitigkeiten mit einem Nachbarn, der gegen die Genehmigung der Anlage klagte. Die Gerichtsverfahren schränkten den Betrieb ein und bedeuteten deutliche Zusatzkosten. Alle Rechtsstreitigkeiten wurden mittlerweile zu Gunsten der Bioenergiedorf Jühnde eG entschieden. Somit konnte die Anlage wie genehmigt wirtschaftlich betrieben werden.

 Aufgrund der rechtlichen und finanziellen Schwierigkeiten in den letzten Jahren wurde der Zusammenhalt in der Genossenschaft stark beeinträchtigt. Zudem signalisierte die Gemeinde Jühnde, die bisher mit einer Bürgschaft unterstützt hatte, den Wunsch nach Verkauf. Neue Anforderungen neuer gesetzlicher Auflagen (Düngemittelverordnung, Wasserschutz, etc.) zu erfüllen, erforderten weitere Investitionen u.a. für Substratlagerbau und Wall. Die Investition hätte zusätzliches Eigenkapital der Genossenschaftsmitglieder erfordert. Die Mitglieder waren jedoch mehrheitlich nicht bereit, ihre Genossenschaftsanteile zu erhöhen. Dies wurde teilweise begründete durch Unsicherheiten in den politisch und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der Ungewissheit bzgl. neuer Auflagen und weiterer nicht kalkulierbarer Kosten. Der Genossenschaft blieb somit nur die Investorensuche. Schnell wurde dabei klar, dass nur ein gesamter Anlagenverkauf mit dem Nahwärmenetz möglich ist. Mit dem regionalen Energieversorger wurde nun ein Käufer und Investor für die Bioenergieanlage mit Nahwärmenetz gefunden. Neue Wärmelieferverträge mit dem künftigen Betreiber wurden geschlossen

 Die Genossenschaft löst mit dem Kaufpreis nun die aufgenommenen Kredite  weitestgehend ab. Die Nachzahlung des Technologiebonuses der letzten drei Jahre dient der Abwicklung der Genossenschaft. Rückblickend hat Jühnde die Energiewende mit ihrem Leuchtturmprojektes des Bioenergiedorfes vorangebracht. Es wurde gezeigt, dass ein Dorf mit regional verfügbaren Ressourcen mit Energie versorgt werden kann und ein Bürgerprojekt in der Lage ist, dies in einem Beteiligungsmodell umzusetzen. Mehr als 150 weitere Dörfer in Deutschland folgten dem Vorbild Jühnde. Über 30.000 auch internationale Besucher ließen sich von der Idee inspirieren. Auch nach dem Verkauf wird das Dorf Jühnde umweltfreundlich versorgt, jedoch nicht mehr in Bürgerhand.  Damit wird der Ort auch zukünftig  seinen CO2-Ausstoß gegenüber der früheren fossilen Energieversorgung deutlich reduzieren und dem Klimawandel entgegenwirken.

 
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