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Jühnde – im Zentrum von Deutschland

Die Gemeinde Jühnde
Die Gemeinde Jühnde besteht aus den beiden Dörfern Barlissen und Jühnde – eine moderne Gemeinde mit aktiven und engagierten Einwohnerinnen und Einwohnern. Hier trifft entspanntes Leben in wunderschöner Landschaft und herrlicher Ruhe auf ein aktives Vereins- und Dorfleben. Die Gemeinde ist traumhaft gelegen im Zentrum von Deutschland - zwischen den Urlaubsregionen Harz und Weserbergland. Wer das urbane Leben liebt, findet in unmittelbarer Nähe die Kulturstadt Göttingen.
Theatergruppe, Schützenverein oder Freiwillige Feuerwehr, Tennisclub oder Sportverein: In Jühnde und Barlissen kommen die Menschen in über 15 Vereine zusammen und gestalten gemeinsam das Gemeindeleben. In Jühnde hat man ländliche Zurückgezogenheit genauso wie gesellschaftliche Events – und das macht das Leben in der Gemeinde so lebenswert.

Das Dorf Jühnde
Das Dorf Jühnde liegt am Fuße des „Hohen Hagen" ca. 15 km zur Kreis- und Universitätsstadt Göttingen und ca 17 km zur Fachwerkstadt Hann.Münden entfernt.
Jühnde hat 780 Einwohner und ist sehr stark landwirtschaftlich ausgerichtet. Es gibt 7 Vollerwerbsbetriebe. Um Maschinen rentabler einsetzen zu können, aber auch soziale Vorteile nutzen zu können, haben sich die landwirtschaftlichen Betriebe in Gemeinschaften organisiert. Eine für Südniedersachsen ungewöhnlich große Bedeutung hat die Milchviehhaltung mit ca. 450 Kühen im Ort. Durch die Bioenergienanlage in Jühnde hat die Landwirtschaft ein weiteres Standbein in der Erzeugung von nachwachsenden Rohstoffen vom Acker zur Strom- und Wärmegewinnung für das Dorf. Im Ort gibt es einen Kaufladen mit Getränken und Backwaren und eine Arztpraxis. Jühnde ist ein Dorf mit einem sehr hohen Freizeitangebot. Es gibt u.a. eine Sport- und Kulturhalle, einen Sportplatz und eine Tennisanlage. Der Jühnder Kindergarten mit einer Krippengruppe bietet auch Platz für Kinder aus den Nachbarorten.

Die Geschichte von Jühnde
Im Jahre 960 vermachte die adelige Witwe Aeddila ihren Besitz in Jühnde dem Kloster Hilwartshausen. In der von König Otto I unterschriebenen Schenkungsurkunde wird Jühnde erstmals erwähnt. Schon damals gab es eine Ritterburg die an der alten Heerstraße von Münden nach Göttingen lag. Auf der damaligen Burg, die auf das 13. Jahrhundert zurückgeht, saß das „Geschlecht derer von June". Jühnde hieß während des gesamten Mittelalter June. 1484 eroberten die Göttinger die Raubritterburg. Im 30-jährigen Krieg brannte die Burg ab und wurde in der heutigen Form von Otto Freiherr Grote wieder aufgebaut. Der Schloßturm ist vermutlich der älteste noch erhaltende Teil der früheren Jühnder Burg. Er ist noch heute ein Wahrzeichen des Dorfbildes. Seit 1664 sind die Freiherren Grote im Besitz von Schloß und Gut. Für Generationen von Jühndern boten der Gutsbetrieb und die Steinbrüche am Hohen Hagen und in Meensen zahlreiche Arbeitsplätze für die Dorfbevölkerung. Eine weitere wichtige Persönlichkeit Jühndes war der Schriftsteller und Sozialreformer Heinrich Sohnrey. Er wurde 1859 in Jühnde geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend in Jühnde. Er verstarb 1948 in Neuhaus im Solling. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof der Jühnder Kirche. Einblicke in seine Arbeit kann man im Heinrich-Sohnrey-Archiv, dass sich im Schloßturm befindet, bekommen.

Die Jühnder kaufen ein Gewitter
Dass die Jühnder schon immer gewohnt waren ihre Probleme auf unkonventionelle Art zu lösen, zeigt folgende kleine Geschichte zum Schmunzeln, die einige vielleicht noch aus dem Lesebuch kennen:

Jühnde ist weit und breit als das südhannoversche Schöppenstedt bekannt. Man nennt seine Geschichten "Jünsche Kneepe". In ihnen liegt keineswegs eine Verunglimpfung. Der Mensch des niedersächsischen Berglandes besitzt soviel gesundes Selbstbewusstsein, dass er sich schmunzelnd über sich selbst freuen kann. Dies bewiest folgende Geschichte:

Es war ein trockener Sommer. Auf den Feldern verdorrte die Frucht. Die Jühnder ersehnten Regen. Aber er wollte nicht kommen.
Da hielten sie auf dem Thie eine Versammlung und ratschlagten, wie er am besten zu bekommen sei. Nach langem Beraten sprach einer, in der Apotheke in Göttingen sei alles zu bekommen, von dort könnten sie wohl auch den Regen erhalten. Der Vorschlag fand allgemeinen Beifall und es wurde im Namen der Gemeinde einer in die Stadt geschickt, um den Regen von dort mitzubringen. Der Bote ging in die Apotheke und forderte Regenwetter. "Jawohl", sagte der Apotheker, der sogleich bemerkte, was es damit für eine Bewandnis hatte,"ein Regenwetter könnt ihr haben." Er hieß ihn warten und entfernte sich, um das Wetter machen zu lassen. In der Nebenkammer fing er die dickste Stubenfliege, setzte sie in eine kleine Schachtel und händigte diese dem Jühnder aus. "Ihr dürft aber um Himmels willen die Schachtel nicht öffnen", sagte der Apotheker, "sonst fliegt der Regen davon."
Lange bezwang der Bote seine Neugierde. Als er aber in den Leinebusch gekommen war, konnte er nicht länger widerstehen. Er besah sich die Schachtel, hielt sie ans Ohr und horchte. Ein Summen war vernehmbar. Schließlich öffnete er ein wenig den Spalt der Schachtel. Das Geräusch verstärkte sich. die Fliege witterte frische Luft. S u r r ! war sie heraus. Der Bote sah etwas davonfliegen, wies mit der Hand nach Jühnde und rief laut: "Husch, husch, husch up Jüne tau!"
Als er ins Dorf kam und sein Unglück erzählte, gerieten alle Einwohner in Bewegung und zogen nach allen Seiten aus, um den Regen wieder einzufangen, wobei sie unablässig riefen: "Up Jüne tau!"


aus "Tausendjähriges Jühnde - Eine Chronik von Burg und Dorf"
von Joachim Jünemann